Argumente

KURZARGUMENTARIUM: Abschaffung der Sonderjagd – NEIN!


Die Initiative zur Abschaffung der Sonderjagd ist gefährlich und die Folgen wären fatal: 

  • Wintersterben, Stress bei der Nahrungssuche, Verdrängungskämpfe, Krankheiten
  • Verbissschäden an (Schutz-)Wald und landwirtschaftlichen Kulturen
  • Seuchengefahr für Nutztiere, Konflikte in Wohnsiedlungen, noch mehr Verkehrsunfälle
  • Staatlich angeordnete Jagd (Regiejagd) und unnötige Experimente auf dem Buckel von Wald, Wild und Landwirtschaft

Darum: NEIN zur Abschaffung der Sonderjagd!

 

WORUM GEHT ES?

Unsere intakte Bündner Natur besticht durch ihre Artenvielfalt bei Pflanzen und wild lebenden Tieren. Bauern bewirtschaften Wiesen und Weiden und tragen mit der Kulturlandpflege wesentlich zur ökologischen Vielfalt bei. Jäger richten in Fronarbeit Ruhezonen ein und pflegen Biotope. Mit der Jagd erfüllen sie eine weitere wichtige Aufgabe: Sie passen die Wildbestände unseren vorhandenen Lebensräumen an.

Erhebliche Zunahme an Hirschwild
In den letzten Jahren hat der Hirschbestand im Kanton Graubünden zugenommen. Diese Entwicklung ist auf grosse Wanderpopulationen zurückzuführen: Hirsche aus den benachbarten Kantonen und dem angrenzenden Ausland wandern im Spätherbst und Winter nach Graubünden. Weil sie erst nach der Hochjagd im September hier ankommen, können sie mit der regulären Jagd nicht erreicht werden. Damit die Hirschbestände abschliessend reguliert werden können, ist eine Nachjagd im November/Dezember nötig – die heutige Sonderjagd.

Was fordert die Initiative «Abschaffung der Sonderjagd»?
Die Sonderjagdinitiative will die heutige Sonderjagd abschaffen und stattdessen die Hochjagd im September um vier Tage in den Oktober verlängern.

Die Initiative will:

  • Die Wildbestände während der Hochjagd in den Monaten September und Oktober abschliessend regulieren. Es soll keine Sonderjagd mehr geben.
  • Konkret soll die Hochjagd um 4 Tage auf total 25 Tage verlängert werden.
  • Verzicht auf Jagd in den Wintereinstandsgebieten.
  • Verzicht auf eine zweite Phase der Jagd, die auf die regionalen Gegebenheiten abgestimmt und unterschiedlich organisiert ist.
  • Ersatz mit Jagd im Oktober, d.h. während der Erholungsphase der Hirsche nach der Brunft.



DIE ARGUMENTE IN KÜRZE

Die Sonderjagd ist nachweislich wirksam
Mit der Sonderjagd verfügen wir über eine sehr gute und bewährte Massnahme zur Regulierung der Schalenwildbestände. Die Hochjagd wurde bereits in den 80er Jahren um vier Tage verlängert. Die Auswertung der getätigten Abschüsse zeigte, dass damit nur unwesentlich mehr Abschüsse erzielt und der Hirschbestand mit dieser Verlängerung nicht abschliessend reguliert werden konnte. Eine Annahme der Initiative würde vielerorts kostspielige Investitionen zur Sicherstellung der Waldleistungen verursachen!

Die Sonderjagd bewahrt das Wild vor qualvollen Wintern
Wild benötigt genügend Lebensraum. Darum müssen der Wildbestand und die Ressourcen des Lebensraums in einem ausgeglichenen Verhältnis stehen. Der Hirschbestand kann nur mit der Sonderjagd abschliessend reguliert werden. Eine Überpopulation an Hirschwild bedeutet: Wintersterben, Stress bei der Nahrungssuche, Verdrängungskämpfe, Krankheiten.

Die Sonderjagd hilft, Schäden an Wald und Landwirtschaft zu minimieren
Ohne Sonderjagd wird der zu hohe Hirschbestand zur Bedrohung: Verbissschäden an (Schutz-)Wald und landwirtschaftlichen Kulturen, Seuchengefahr für Nutztiere, Konflikte in Wohnsiedlungen und noch mehr Verkehrsunfälle.

Die Sonderjagd ist aus Sicht des Tierschutzes vertretbar
Ein sehr reproduktiver Wildbestand, wie der bei Hirsch und Reh, muss über den Abschuss von weiblichen Tieren und Kälbern reguliert werden. Die Bindung zwischen Kalb und Muttertier ist während der Hochjagd im September noch sehr stark im Vergleich zur Zeit nach der Paarungszeit ab Mitte Oktober. Darum ist es auch im Sinne des Tierschutzes, Kälber und weibliche Tiere in den Monaten November und Dezember mit der Sonderjagd gezielt und kontrolliert an maximal zehn halben Tagen zu bejagen. 

Mit der Abschaffung der Sonderjagd wird die Jagd insgesamt länger und ineffizient
Die Sonderjagdinitiative würde die Jagd sogar noch verlängern. Denn mit den vier zusätzlichen Tagen während der Hochjagd kann der Hirschbestand nicht genügend reduziert werden. Darum müsste eine Nachjagd staatlich angeordnet werden (Regiejagd). Graubünden kennt heute keine Regiejagd. Deren Initiierung bedeutet enormen Aufwand.

Die Abschaffung der Sonderjagd ist ein unnötiges Experiment 
Das heutige Bündner Jagdsystem mit der Hoch- und Sonderjagd ist über viele Jahre erprobt und hat sich bewährt. Eine Abschaffung der Sonderjagd würde zu unnötigen, teuren Experimenten auf dem Buckel von Wald, Wild und Landwirtschaft führen.


Aus all diesen Gründen empfehlen wir ein NEIN bei der Abstimmung zur Sonderjagdinitiative. Nein zur Abschaffung der Sonderjagd!

 

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